Feininger: in Niedergrunstedt

In einer Werk-Übersicht der Weimarer Architektin Renate Böttcher sind folgende Arbeiten nach Niedergrunstedter Motiven aufgelistet:

Ölgemälde: Landweg nach Niedergrunstedt, 1914 Privatbesitz
  Niedergrunstedt IV, 1914 Verbleib unbekannt
  Niedergrunstedt VI, 1914  
  Niedergrunstedt, 1918 vom Künstler vernichtet
  Kirche von Niedergrunstedt, 1919 Neue Nationalgalerie Berlin

Radierung: Niedergrunstedt, 1911 Klassik Stiftung Weimar
  (signiert mit „Leinoel Einfinger“) Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg
Kunsthalle Hamburg u.a.

Kohlezeichnung: Niedergrunstedt VII, 1915 Galerie Orangerie Reinz, Köln

Im Ausstellungskatalog „Naturnotizen“ von 1993 sind folgende Zeichnungen aufgeführt:

Naturnotizen: Niedergrunstedt, 1911, farbige Kreide
  Weg nach Niedergrunstedt, 1919, Bleistiftskizze (gleiches Motiv wie Gemälde „Landweg nach Niedergrunstedt“)

Aufenthalte Feiningers in Niedergrunstedt sind in den Biografien insbesondere in den Jahren 1913 und 1919 vermerkt. Da einige Arbeiten bereits mit 1911 datiert sind, können diese Angaben nicht vollständig sein. Für Feiningers Interesse an Niedergrunstedter Motiven gibt es sogar einen ganz besonderen Beleg: Ein Foto zeigt ihn beim Skizzieren auf unserem Anger. Kurios ist, dass dieses Foto lange Zeit den Dokumente seiner Ostseeaufenthalte zugeordnet wurde. Renate Böttcher fand heraus, dass es eindeutig auf dem Niedergrunstedter Anger entstanden ist.

Der Schmalkaldener Maler Sieghard Narr, der Niedergrunstedt sehr verbunden ist, hat diese Geschichte aufgegriffen, den zeichnenden Feininger mit einer Pappfigur auf dem Anger nachgestellt und damit die abgebildete Postkarte entworfen. Sie ist über den ortsansässigen Kunstverein Hofatelier erhältlich.

In den Notizen der Ortschronisten sind leider keine Hinweise auf Feininger zu finden. Einige Niedergrunstedter können sich aber noch lebhaft an die Erzählungen ihrer Großeltern über den Herrn mit Hut und Skizzenblock erinnern.

Feininger auf dem Niedergrunstedter 
        Anger
Feininger auf dem Niedergrunstedter Anger – Postkarte, Idee und Gestaltung Sieghard Narr